Donnerstag, 14. August 2014

Sagt mal...wie viel Realität in Büchern ist Euch zu wenig?

Das Thema "Realität in Büchern" ist eines, welches mich beschäftigt und mir in den letzten Büchern verstärkt bei einigen Szenen aufgefallen ist. Die zwei Bücher, aus denen die Beispiele entnommen sind, haben mir insgesamt gut gefallen, aber es sind dann einige Szenen, die mich aus dem Lesefluss reißen. 




Mich würde mal interessieren: 
Stört Euch das, wenn einige Dinge zu glatt laufen oder die Protagonisten sich über einige Dinge überhaupt keine Gedanken machen, die nahe liegen?

Beispiel:
Ich habe zwei praktische Beispiele, wo mir das aufgefallen ist und mich schon etwas im Lesefluss gestört hat.

Erstes Beispiel: 
Eine Ladenneueröffnung steht an und die Badewanne des Nachbarn über dem Laden läuft die ganze Nacht über aus. Ein Gutachter (!) und ein Handwerker stellen fest: Der Schaden ist schlimm und es wird um die zwei Wochen dauern, bis die Küche wieder benutzbar ist.
So weit, so gut...Nun kommt der Schwarm der Ladenbesitzerin und überrascht sie damit, dass die Küche innerhalb von 1-2 Tagen (mit Hilfe von ein paar Freunden) wieder benutzbar ist. Kommentar dazu zur Protagonistin: Der Schaden war doch nicht so schlimm...

Das ist natürlich super für den Verlauf der Geschichte, aber WTF...Der Gutachter und ein Handwerker, die sich ja auskennen, sind bei zwei Wochen und der Protagonist kriegt es in 1-2 Tagen hin??!! Sowas kommt bei mir nicht sehr glaubwürdig rüber.

Zweites Beispiel
Die deutsche Hauptprotagonistin feiert heftig in Las Vegas mit einem Mann und Freunden...wacht am nächsten Morgen auf und ist mit ihm verheiratet. So weit, so gut, der Plot war unterhaltsam umgesetzt und ich war drin in der Geschichte.  
Aus besonderen Gründen möchte der Protagonist ein halbes Jahr mit ihr verheiratet bleiben. Statt sich nun mal kurz Gedanken darüber zu machen, dass sie ja in Deutschland einen Job hat (der vorher auch schon mehrmals erwähnt wurde) und wovon sie 6 Monate leben soll in Amerika (auf die Tasche fallen, will sie ihm nämlich auf keinen Fall), stimmt sie nach kurzer Zeit einfach zu!  

Und wieder denke ich...ähm, warum denkt sie nicht wenigstens mal 2 Sekunden drüber nach? Na klar, sie ist schockiert über die Heirat, aber bevor ich so etwas zustimme, mache ich mir doch Gedanken über mögliche Konsequenzen, wenn ich 6 Monate in einem fremden Land bleibe und denke mal kurz darüber nach, was zu Hause los ist und was ich evtl. klären muss, z.B. 6 Monate unbezahlten Urlaub...(womit noch nicht geklärt ist, wovon sie dann 6 Monate leben wird..) Sie ruft auch nicht ihre Familie an, um den Schrecken zu teilen, sie ruft nicht ihren Arbeitgeber an. Sie sagt einfach ja. 

Habt ihr in letzter Zeit auch solche Szenen gelesen, die Euch gestört haben? Lest ihr über so etwas hinweg oder stört es Euch? Oder findet ihr es sogar nervig, wenn es zu realitätsnah ist? Mich würde Eure Meinung sehr interessieren! Vielleicht bin ich ja einfach pingelig ;-)

Kommentare:

Buecher Nis hat gesagt…

Also ich hab da eine geteilte Meinung. Einerseits finde ich es manchmal ganz gut, wenn sie sich über Dinge gedanken machen, wo wir auch drüber nachdenken würden. Aber manchmal nervt das ständige gejammer bzw die ständigen traurigen Gedanken :)
Und in Fantasy Romanen erwarte ich auch eher weniger Realitätsnähe, während ich zB. in Büchern die aus dem realen Leben spielen gerne mehr Gedanken und Gefühle hätte.
LG♥

Romantic Book Fan hat gesagt…

Das stimmt. In Fantasy-Romanen darf es gerne etwas weniger Realität sein, da stimme ich zu. Und zu viel Jammern mag ich wiederum natürlich auch nicht. Es muss eben Sinn machen :-P

LG Desiree

Lisa hat gesagt…

Ich lese ständig solche Szenen und solche Ungereimtheiten fallen mir - natürlich - auch immer auf. Bin da etwas pingelig und rege mich dann da ständig drüber auf :D
Also, für mich kann es in solchen Szenen wie oben nur realitätsnah sein. Alles andere finde ich echt mies...
In Fantasy-Romanen ist das was anderes, aber da wird ja auch viel mit Magie gelöst ;)

Liebe Grüße
Lisa

Romantic Book Fan hat gesagt…

Lol, ja die Magie ist immer sehr praktisch, um aus einer blöden Situation wieder rauszukommen :-) Schön, dass ich nicht die einzige bin, die das nervt!

Janas Traumwelten hat gesagt…

Hey :)
Ich kenne das nur zu gut, mir fällt öfters so etwas auf. Ich meine, ich bin ein großer Fantasyfan und da ist es ja nur logisch, dass manche Dinge nicht sehr realitisch sind, aber ich hasse es, wenn sie total unlogisch sind.
Manchmal stört das nicht so sehr, aber bei einem Buch hatte ich das auch. Das Buch fand ich ich toll, aber da war zum Beispiel: Sie ist zu Hause in ihrem Schloss eingesperrt, will verzweifelt zu ihrem Liebsten und sie dobt in ihrem Zimmer und durch diese Raserrei kommt auf einmal eine Geheimtür auf.

Das hat mich wirklich irritiert, weil es einfach so offentsichtlich ist, dass es von der Autorin so gedreht wurde, um die Geschichte so weiter laufen zu lassen.

Liebe Grüße,
Jana

Romantic Book Fan hat gesagt…

Ich weiß genau, was du meinst Jana :-)

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